Mit fünf von fünf verlorenen Spielen ist die Bilanz der bisherigen Saison bei den München Rangers Ladies alles andere als rosig. Die Ladies hatten nicht nur mit Verletzungspech sondern auch mit einem unsteten Coaching-Kader zu kämpfen. Das letzte Stadtderby endete 6:26 für den Lokalkonkurrenten (Munich Cowboys Ladies).

Noch in der Woche vor dem Spiel gegen die Cowboys Ladies am 5. August 2018 war nicht sicher ob die Rangers Ladies das Spiel überhaupt würden antreten können. Doch so leicht ließen sich die Damen nicht unterkriegen. Und so wurden alle Hebel in Bewegung gesetzt, ehemalige Coaches und Spielerinnen wieder akquiriert und die Aufstellung der Coaches und Spielerinnen umgearbeitet.

So war Christoph Kurzer beispielsweise erstmals als OC eingesetzt. Er ist stolz auf die Leistung der Rangers Ladies, auch wenn es zu einem Sieg nicht gereicht hat. „Wir hatten nur eine Woche um alle Anpassungen umzusetzen und die Spielerinnen, die ausgeholfen haben an das neue System zu gewöhnen. Wir haben es trotzdem geschafft die Herausforderung anzunehmen und das Spiel nicht einfach nur hinter uns zu bringen, sondern wirklich Leistung auf dem Feld zu zeigen.“ Neben all den Fehlern sieht er auch die Verbesserungen zu den letzten Spielen.

Auch O-Line Coach Wolfgang Schmidt ist zufrieden. „Wir haben gleich einen schnellen ersten Touchdown kassiert und sind schnell in Rückstand gewesen. Aber wir waren nicht am zweifeln dass es noch etwas zu holen gibt und haben weiter gespielt. Unsere Drives waren schön ruhig und kontrolliert, was dann auch mit einem Touchdown belohnt wurde.“ Die Rangers Ladies konnten gerade am Anfang des Spiels ein gutes Pass Play etablieren, was die Defense der Cowboys anfangs überraschte. „Der Defensive Coordinator der Cowboys konnte die Defense allerdings schnell anpassen, sodass der Gegner sich auf das Pass Play einstellen konnte“, berichtet Wolfgang, der dieses Spiel auch für die Special Teams zuständig war. Die Defense der Rangers ließen sich ebenfalls nicht lumpen und sorgte nicht nur dafür, dass das Score Board nicht noch eine höhere Punktedifferenz aufzeigte, sondern auch dafür, dass die Offense der Rangers immer wieder schnell zurück auf Feld konnte. Das gab den Ladies in der Offense Zeit sich einzuspielen. Das half auch insbesondere dem Backup QB Lisa Gamperl (#94), die trotz der kurzen Vorbereitungsphase immer wieder dafür sorgte, dass der Ball nach vorne getrieben wurde und die Pässe bei den Passempfängern ankamen. Hierauf ist besonders der eingesprungene WR Coach Max stolz: „Es hat Spaß gemacht zu sehen, wie die Spielerinnen mit den Anforderungen wachsen. Es war ein Spiel und aus dem wir einiges lernen können, aber auf das wir auch positiv schauen können. Am Ende haben Kleinigkeiten entschieden.“

„Ich denke, dass wir zeigen konnten, dass alle Zweifel nicht berechtigt waren.“, stimmt Defense Coordinator Freya Kleine zu. „Wir haben bewiesen, dass wir als ein Team nicht nur spielen weil wir nur gewinnen können. Sondern wir haben gezeigt, dass wir auch bei Niederlagen nicht aufgeben. Was die wirklichen Sieger ausmacht, ist dann wieder aufzustehen und weiter zu kämpfen.“

Die mentale Stärke lobt auch Coach Christoph: „Wir haben zwei Touchdowns verschenkt. Wir haben Fehler gemacht, die haben wir akzeptiert. Aber wir haben weitergemacht und wir haben uns davon nicht unterkriegen lassen und das ist wirklich auch etwas, das man im Football lernen muss: sich nicht aufzugeben.“

Sein Ziel fürs nächste Spiel gegen die Mainz Golden Eagles: Die Stimmung und den Progress den die Ladies hatten weiter aufrecht zu erhalten und entsprechend gestärkt ins letzte Spiel gehen. „Wir wollen da noch mal alles raus lassen was wir in dieser Saison gelernt haben und was wir noch in uns haben. Ich freu mich aufs nächste Spiel und hoffe, dass wir die Saison positiv abschließen.“

Da ist er schon: Der Endspurt zum letzten Spiel der Saison.

Die München Rangers Ladies möchten sich von Herzen bei allen bedanken, die dieses Spiel möglich gemacht haben: Neue und ehemaligen Coaches, ehemaligen Spielerinnen, die mit minimalem Training bereit waren aufs Feld zu gehen und allen Helfer, die spontan bereit waren zu helfen. Und nicht zuletzt, allen Spielerinnen, die ihre Backup Positionen gerockt haben. Ihr seid die Besten.